Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rom zu einem wichtigen Ort für die Flucht vieler Nationalsozialisten. Viele ehemalige Nazis und Kriegsverbrecher wollten nach Südamerika fliehen und brauchten dafür falsche Pässe, neue Namen, Geld und Verstecke. Die katholische Kirche half dabei oft mit und organisierte viele dieser Fluchten.
Eine wichtige Person war dabei der österreichische Bischof Alois Hudal. Er unterstützte ehemalige Nationalsozialisten und half ihnen, heimlich aus Europa zu fliehen. Zusammen mit anderen Geistlichen organisierte er sogenannte „Rattenlinien“. Das waren geheime Fluchtwege nach Argentinien.
Die Fluchtrouten führten meistens über Italien, vor allem über den Hafen von Genua. Dort bekamen die Flüchtlinge Hilfe von kirchlichen Organisationen und konnten mit Schiffen nach Südamerika reisen. Viele benutzten falsche Namen oder verkleideten sich sogar als Priester, damit sie nicht erkannt wurden.