Gerhard Bohne war ein SS-Mann und spielte eine wichtige Rolle bei Hitlers Euthanasieprogramm „Aktion T4“. Dabei wurden über 70.000 kranke und behinderte Menschen systematisch in Gaskammern ermordet. Er war Jurist und kümmerte sich um die Organisation dieses Programms. Später gab es Probleme innerhalb der NS-Führung, deshalb wurde er 1943 aus der Partei und der SS ausgeschlossen und danach an die Front geschickt.
Nach dem Krieg wurde Bohne zwar gefangen genommen, aber wieder freigelassen, weil seine Verbrechen zuerst nicht erkannt wurden. 1948 wurde er dann von Peróns Fluchthilfeorganisation angeworben. Mit Hilfe von katholischen Netzwerken und falschen oder bevorzugt behandelten Papieren kam er nach Argentinien. Dort bekam er unter anderem Unterstützung von Carlos Füldner.
Auch andere Leute, die am Euthanasieprogramm beteiligt waren, flohen über ähnliche Wege nach Argentinien. Nach dem Sturz von Perón kehrte Bohne zusammen mit anderen nach Deutschland zurück. Dort wurden sie angeklagt, aber Bohne entkam der Strafe größtenteils. Er wurde zwar verhaftet und später noch einmal nach Argentinien gebracht, am Ende aber ausgeliefert und wegen angeblicher Krankheit nicht verurteilt. Er lebte bis zu seinem Tod 1981 weiter und bekam sogar eine staatliche Rente.